FOR 1086
| Koordinator: | Co-Koordinator: | |
| Prof. Dr. Dr. Jürgen Daut | Prof. Dr. Thomas Budde | |
| Institut für Physiologie und Pathophysiologie | Institut für Physiologie I | |
| Universität Marburg | Universität Münster |
Zwei-Porendomänen-Kaliumkanäle (K2P-Kanäle) sind die zuletzt entdeckte Familie der K+-Kanäle. Der Name der Kanäle leitet sich aus der Tatsache ab, dass sie pro Untereinheit zwei porenbildende Domänen und vier Transmembrandomänen besitzen. Funktionelle K2P-Kanäle assemblieren als Dimere, bei denen die insgesamt vier Porendomänen eine kaliumselektive Pore bilden. Die Familie der K2P-Kanäle, umfasst beim Menschen fünfzehn Mitglieder, von denen viele im Gehirn und praktisch allen Organen des menschlichen Körpers exprimiert werden. Zu den physiologisch relevanten Prozessen, an denen K2P-Kanäle beteiligt sind, gehören die Regulation der neuronalen Erregbarkeit, Neuroprotektion, Inhalationsanästhesie, Schlaf, Atmungskontrolle, Nozizeption, transepithelialer Transport und Zellproliferation. K2P-Kanäle scheinen eine Rolle bei der Entstehung einer Reihe von Erkrankungen zu spielen, zu denen Depression, Schizophrenie, kardiale Arrhythmien, Hypertension und verschiedene endokrine Erkrankungen gehören. Daher stellen diese Kanäle potentielle Zielstrukturen für neue Pharmaka dar.
Das Forschungskonsortium der FOR 1086 umfasst acht Gruppen aus Marburg, Münster, Regensburg, Kiel und Göttingen. Diese wenden verschiedene biochemische, zellbiologische und molekularbiologische Techniken an, um die Struktur und Funktion der K2P-Kanäle auf molekularer und zellulärer Ebene sowie in Tiermodellen menschlicher Erkrankungen zu untersuchen.
Die FOR 1086 wurden im Jahr 2008 eingerichtet und wird von der DFG bis zum Jahr 2014 gefördert.

